Das modulare Moog-Synthesizer-System … oder wie alles einst in den 1960er Jahren begann

Hallo liebe Tastenfreunde,

fast jeder, der sich mit elektronischer Musik, Keyboards, E-Pianos und Synthesizern beschäftigt, kennt den Namen Moog.

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Dr. Robert Arthur „Bob“ Moog (23.05.1934 – 21.08.2005) war ein Pionier der elektronischen Musik und der Erfinder des Moog-Synthesizers.

1964 brachte Bob seinen ersten bedeutenden Synthesizer auf den Markt.  Das modulare Moog-Synthesizer-System.
Dieser Synthesizer ähnelte eigentlich eher einem Schrank mit einer Tastatur und ist mit heutigen Synthesizern absolut nicht zu vergleichen. Der modulare Synthesizer von Moog war nur monophon spielbar.
2016-02-16_1538Was bedeutet das? – Ganz einfach, man konnte nicht mehrere Töne gleichzeitig auf dem Synthesizer spielen, sondern nur einen einzigen Ton.
Trotzdem wurden geniale Produktionen auf dem Moog-Synthesizer gefahren, wie zum Beispiel „Switched-On Bach“ von Walter Carlos. Aufgenommen wurde meist mit einer 8-Spur-Bandmaschine.
Man spielte einen Song zuerst einstimmig ein. Dann wurde auf die 2. Spur der 1. Gegenton eingespielt, auf der 2. Spur der 2. Gegenton usw.

Mit exakt diesem Synthesizer spielte Klaus Wunderlich in den 1970er Jahren verschiedene Produktionen ein.
2016-02-16_1140Unter anderem auch die Produktion
„Moog Sound 2000 Organ Rhythm“.
Für  die damaligen Möglichkeiten und Verhältnisse ein wahrer Meilenstein. Meiner Meinung nach mit die beste Scheibe, die Wunderlich jemals in seinem Tonstudio produzierte.  Wunderlich produzierte diese LP neben dem Moog-Synthesizer mit der Hammond H-100, einer Lowrey H 25-3, seiner Wersi W2 Helios und seiner Hammond C3.

Hier könnt ihr in diese Produktion reinhören, sofern ihr mögt.

Ich wünsche euch allen viel Freude beim Reinhören.

Liebe Grüße
Euer Sebastian

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2 Gedanken zu „Das modulare Moog-Synthesizer-System … oder wie alles einst in den 1960er Jahren begann“

  1. Hallo Sebastian,

    vielen Dank für den Ausflug in die Synthesizer-Pionier-Zeit! Ich habe immer die Gruppe „Kraftwerk“ immer mit Synthesizer-Sound in Verbindung gebracht. Mit Depeche Mode bin ich in den 80ern und 90ern aufgewachsen. Heute habe ich an der Ecke wieder etwas dazugelernt, vielen Dank dafür!
    Erstaunlich, was damals schon alles möglich war. Im letzten Teil höre ich sogar eine Verfolgungsjagd der Polizei mit Schießerei *fg*

    Lieben Gruß
    Dirk

    1. Hallo Dirk,
      ja … mit der Verfolgungsjagd liegst du richtig. Gut gehört.
      Damals war es nicht so wie heute … damals konntest du nicht einfach nur auf „Trompete“, „Akkordeon“ oder „Saxophon“ drücken und der Sound kam dann nahezu aus der Kiste. Ne, damals musstest du die Sounds alle mit analogen Soundelementen erstellen, bzw. zusammenstellen. Da bist du Tage und Wochen gesessen, bis du mal ein Saxophon hattest, das als solches mit viel Fantasie dann auch erkennbar war. Da war man auf jeden guten Sound stolz wie Oskar. *lach* Hätten wir damals einen Tyros 5 gehabt, wären wir Tastenspieler wohl alle vor Freude kurz vor einem Herzinfarkt gewesen. *ggg*

      LG
      Sebastian

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