Symmetrisch vs. Unsymmetrisch – Kabel, Eingänge Ausgänge

 

Die Begrifflichkeiten symmetrisch/unsymmetrisch finden sich beim Kauf von Kabel und auch häufig in der Beschreibung von Geräten wie Audio Interfaces oder beim Anschließen von anderem Musik Equipment im Tonstudio.

Worin liegt der Unterschied und muss mich das überhaupt interessieren?

Könnte vielleicht etwas beim Anschließen kaputt gehen?

Die Antworten folgen. Unsymmetrische Übertragung / Unbalanced Die unsymmetrische Übertragung findet vor allem im semiprofessionellem Umfeld und im HiFi grosse Verwendung. Beispielsweise ist das Instrumentenkabel mit zwei Leitern (Adern) ein ganz typischer Vertreter der unsymmetrischen Übertragung. Während die eine Ader für die Masse und die Schirmung zuständig ist, wird das Nutzsignal über die zweite Ader geschickt.

Die meisten unsymmetrischen Kabel sind als Klinkenkabel mit 6,3 mm Klinke bzw. 3,5 mm Klinke oder als Cinchkabel ausgelegt.  Es finden sich aber auch Mikrofonkabel aus billigster Herstellung mit Klinke/XLR in unsymmetrischer Ausführung.

Gerade bei der Aufnahme von Mikrofonsignalen und/oder der Verwendung von langen Kabeln ist zu beachten, dass die unsymmetrische Übertragung stark gegen Störungen von außen anfällig ist.

 

Symmetrische Übertragung / Balanced

Im professionellem Umfeld eines Tonstudios wird die symmetrische Übertragung präferiert, denn diese ermöglicht eine störungsfreie Übermittlung der Nutzsignale auch über weite Strecken hinweg. Neben den oben beschriebenen Adern “Masse” (M) und “Nutzsignal” (A) kommt bei einer symmetrischen Übertragung eine weitere Ader hinzu, die ebenfalls das Nutzsignal trägt – allerdings um 180° phasengedreht (B).

Der Trick besteht nun darin, dass ein etwaiges Störsignal auf beide Adern gleichermaßen wirkt. Bei einer Summierung der Signale A+B löscht sich durch die Phasendrehung das Nutzsignal vollkommen aus, übrig bleibt lediglich das Störsignal. So macht das natürlich noch keinen Sinn, deswegen addieren wir nicht die beiden Signale, sondern subtrahieren sie. Das Ergebnis ist das reine Nutzsignal ohne Störgeräusche, die sich durch die Subtraktion gegenseitig aufheben.

Natürlich wird das Nutzsignal durch die Aufteilung auf zwei Leiter nicht wirklich plötzlich doppelt so stark werden – wo sollte auch die Energie herkommen? Bei der Aufteilung des Nutzsignals auf zwei Adern wird es stattdessen zunächst halbiert, so dass am Ende 2 A = 2 * 1/2 Nutzsignal = 1 Nutzsignal herauskommt.

Symmetrische & unsymmetrische Kabel im Tonstudio
So gut wie jedes (bessere) Mikrofonkabel ist symmetrisch ausgelegt, wenn beidseitig ein XLR-Anschluss vorhanden ist. Klinkenkabel können je nach Typ und Anwendung sowohl symmetrisch als auch unsymmetrisch ausgelegt sein. Ein einfaches Indiz ist die Verwendung von Stereo- oder Monoklinke (zwei Leiter, symmetrisch vs. ein Leiter, unsymmetrisch).
Kommen wir mal eben zu den typischen Fragen, die immer mal wieder auftauchen.
Was passiert, wenn Du unsymmetrische Klinken in symmetrische Anschlüsse steckst?
Das ist in der Regel kein Problem, denn die Buchsen erkennen das unsymmetrische Kabel und geben ein passendes Signal aus.
Ist eine symmetrische Verkabelung also viel besser als die unsymmetrische Variante?
Im Zweifelsfall bist Du mit einer symmetrischen Verbindung immer gut beraten. Andererseits ist diese Art von Kabel meistens teurer als die unsymmetrische Variante. So lange nur kurze Wege im Tonstudio oder auf der Bühne mit den Kabeln zurückgelegt werden müssen, dürfte der technische Vorsprung keinen entscheidenden Vorteil bringen. Wenn Du aber lange Wege zurücklegen musst, dann spielen symmetrische Kabel ihre Stärken aus.
Unter dem Strich werden dir zwei unterschiedliche Toningenieure mindestens drei verschiedene Meinungen zum Thema symmetrische/unsymmetrische Kabel und Kabellänge sagen können. In vielen Fällen reicht die einfache Variante und/oder etwas Experimentierfreude.

 

 

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