Was ist Phantomspeisung?

Phantomspeisung (englisch: »phantom power«) ist eine Spannungsversorgung zwischen 12 und 48 Volt, die dazu genutzt wird, ein Kondensatormikrofon zu betreiben. Der Vollständigkeit halber: Es gibt mittlerweile auch eine Handvoll Bändchenmikrofone mit integriertem Vorverstärker, die derart gespeist werden müssen.

Üblicherweise wird sie von einem Mischpult, einem Audio Interface oder einer anderen externen Spannungsquelle in der Regel durch ein XLR-Kabel an das Mikrofon geschickt. Die Spannung wird hierbei über die Pins 2 & 3 übertragen. Ob die Übertragung nun tatsächlich über ein XLR-Kabel läuft oder nicht, wichtig ist auf jeden Fall, dass eine symmetrische Signalübertragung möglich ist.

Sie wird »Phantomspeisung« (seltener: »Phantomspannung«) genannt, weil dynamische Mikrofone davon nicht beeinträchtigt werden. In gewisser Weise ist sie unsichtbar für diese – wie ein Phantom, ein Geist.

Phantomspeisung wird manchmal auch zum Betreiben einer DI-Box oder anderer Geräte genutzt. Genauso wenig wie ein dynamisches Mikrofon wird auch eine passive DI-Box in keiner Weise durch die anliegende Spannung beeinträchtigt.

Achtung! Phantomspeisung kann Unheil anrichten … Die Phantomspeisung kann unter Umständen ein Gerät mit Line-Pegel beschädigen, das an einen XLR-Eingang angeschlossen wird. Auch ältere dynamische Mikrofone mit mehr als 20-30 Jahren auf dem Buckel könnten Schaden nehmen, genauso wie ein anderes Mikrofon, wenn das verwendete Kabel einen Kurzschluss verursacht.

Wenn ein Kondensatormikrofon weniger Spannung bekommt als benötigt, steigt der Rauschanteil oder es kann zur Verzerrung des Audiosignals kommen. Oder die Dynamik wird beeinträchtigt. Keine Sorge, beschädigt wird das Mikrofon dadurch aber nicht.

Und zum Schluss noch ein Tipp: Es empfiehlt sich, die Lautstärke der Abhöre zu senken, wenn Du ein mit Phantomspannung betriebenes Mikrofon anschließt oder wieder entfernst bzw. diese an- oder ausschaltest.

Schreibe einen Kommentar